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Text – Speednote:

 

Fragebogen / questionnaire:

 

Bericht / report:

 

Wetterbericht / weather report:

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Coming full circle

Nachdem die letzten Beiträge nochmal gezeigt haben, wieviele unterschiedliche Begriffe mit nur einem Zeichen dargestellt werden können, möchte ich heute ein neues Kapitel in der Geschichte der Speednotes aufschlagen.

Einige von euch kennen bereits das Lehrbuch „Zwischen den Zeichen“, das vielfach von Lehrenden und Lernenden der Notizentechnik genutzt wird. Nicht nur zum Dolmetschen, sondern auch zur Unterstützung der internationalen Kommunikation in der Flüchtlingshilfe, beim Erstellen von Notizen für Vorträge und ganz allgemein als Inspirationsquelle für bildsprachliche Darstellungen.

Da das Buch weit über den deutschsprachigen Raum hinaus – bis nach Norwegen und Italien, Portugal und Ungarn – auf Interesse gestoßen ist, war die Zeit gekommen, eine englische Fassung herauszubringen. Diese ist jetzt unter dem Titel „Between the Signs“ hier und mit Hilfe der ISBN 9783752802696 über viele andere Online-Plattformen erhältlich.

Mit diesem englischsprachigen Lehrbuch schließt sich der Kreis zum ersten hier veröffentlichten Bildzeichen – der ersten Speednote überhaupt, die ein aufgeschlagenes Buch abbildet und symbolisch für „Lehre, Kultur, Bildung“ steht:

Um den neuen, nicht-deutschsprachigen Gästen gerecht zu werden, werden die nächsten Speednotes, ihrem ursprünglichen Zweck entsprechend, ohne Begleittexte auskommen.

Was nichts daran ändert, dass ihr alle herzlich eingeladen seid, Kommentare zu schreiben – auf Deutsch oder Englisch, op Kölsch oder Platt, die Speednotes begrüßen alle Spachen mit offenen Armen!

 

 

Wundersame Vermehrung

Als Kinder haben wir Wie-Wörter und Tu-Wörter unterschieden, bevor der Grammatikunterricht durch lateinische Ausdrücke verschlimmbessert wurde. War das schön einfach! Und so kann es immer noch sein, zumindest mit Speednotes. Wir haben schon gesehen, wie die Inhalte der Tu-Wörter mit Hilfe des Handzeichens und die der Wie-Wörter durch Hinzufügen eines Kringels bildhaft dargestellt werden können.

Eine weitere wichtige Unterscheidung, die wir auch bei Bildzeichen brauchen, ist die zwischen Einzahl und Mehrzahl. Zwar können wir „null Zehen“ und „drei Zehen“ noch ganz gut zeichnen bzw. schreiben, aber manchmal will ja einfach die Unterscheidung zwischen „eins“ und „viele“ notiert werden.

Nutzen wir doch ein Phänomen der anglizierten deutschen Sprache, alle Kurzformen gnadenlos mit einem Plural-S zu versehen: Eine Info, viele Infos, ein Mikro, viele Mikros – you get the picture.

Nehmen wir den Buchstaben „s“ daher auch als Mehrzahl-Kennzeichen für Speednotes und machen aus Wasser somit Gewässer:

Oder – wer möchte das nicht? – aus Geld ganz einfach viel Geld:

 

Oder, wenn wir schon dabei sind, durch Doppelung des Mehrzahl-S ganz besonders viel Geld!

 

 

Und damit kommen wir zum

,

 

aus dem mit Hilfe des „s“ ein Zeichen für „Endungen, Abschlüsse“ werden kann:

 

So, Feierabend –

!

Action!

Der „Tatort“ hat zwar momentan Sommerpause, aber die zugehörige Speednote ist immer im Dienst. Sie kann uns daher bei der nächsten Zeichenvariation helfen, wenn wir Haupt-Bildzeichen in Tätigkeits-Bildzeichen verwandeln:

Das Zeichen für Handlung, abgeleitet von einer ausgestreckten Hand, können wir als Ergänzung mit einem Hauptzeichen kombinieren, um zu symbolisieren, dass jemand aktiv wird, etwas anpackt oder in die Hand nimmt.

Nehmen wir als Beispiel dieses Bildzeichen für „Farben“

und kombinieren es mit dem Hand-Zeichen,

dann erhalten wir ein Zeichen für die Tätigkeit „Färben, Anmalen, Bemalen“.

 

Das funktioniert natürlich genausogut mit anderen Speednotes, um beispielsweise dieses Zeichen für „Regierung, Führung, Leitung“

umzuwandeln in ein Zeichen für „regieren, anführen, lenken …“:

 

 

Und damit sind wir wieder am

, aus dem mit Hilfe der Hand das Tätigkeitszeichen für „beginnen, starten, anfangen“ werden kann:

 

Dieses kombinierte Zeichen fasst zusammen, was die Erfahreneren unter uns noch als Werbespruch kennen:

Es gibt viel zu tun. Packen wir’s an!

Glaube, Liebe, Häuslichkeit

Wörter sind ja unglaublich kompliziert – wenn aus dem Hauptwort „Glaube“ das Eigenschaftswort „gläubig“ wird, bekommen wir es gleich mit einem Umlaut zu tun, noch schwieriger wird es bei der Eigenschaft „abergläubisch“, weil hier auch noch eine andere Endung verwendet wird. Für solche Feinheiten ist dieser Sommer wirklich zu heiß!

Platz- und kraftsparende Techniken wie die Speednotes sind die Lösung, denn wenn wir aus einem Haupt-Bildzeichen wie dem für „Liebe“

ein Eigenschafts-Bildzeichen für „liebevoll, verliebt“ machen wollen, können wir selbst entscheiden, wie wir das Zeichen verändern. Zum Beispiel, indem wir einen kleinen Kringel als ‚Endung‘ anhängen.

 

Nach demselben Prinzip können wir aus dem Hauptzeichen für „Haus“ ein Zeichen für „häuslich“ machen:

 

Und damit sind wir wieder am,

aus dem mit Hilfe des Kringels ein Zeichen für „anfänglich, beginnend“ werden kann:

 

Nicht nur Wörter, auch Bildzeichen können wir so variieren durch ihr

– bald mehr dazu!

Alles auf Anfang

Es ist nichts Neues, dass unsere Speednotes sehr vielseitig verwendbar sind, aber die hier angekündigten Variationen der Bildzeichen für „Anfang, Beginn“ und „Ende, Abschluss“

haben bisher auf sich warten lassen. Zeit also für einen neuen Beitrag zum Thema!

Notizzeichen lassen sich zwar ebenso wie Vokabeln auswendig lernen, aber auch hier gilt: Was wir nicht aktiv anwenden, gerät schnell in Vergessenheit. Wer bereits vor längerer Zeit Konsekutivdolmetschen und die dazugehörige Notizentechnik gelernt, aber wenig Anlässe zur praktischen Anwendung gefunden hat, kennt das sicher gut. Daher ist es sinnvoll, mit möglichst wenig unterschiedlichen Bildzeichen auszukommen, diese aber auf verschiedene Art und Weise zu verwenden.

Im Gegensatz zu Wörtern können und dürfen wir Bildzeichen ganz einfach so schreiben, verändern und kombinieren, wie es uns gefällt – das macht die Sache sehr einfach! Wir können uns von den Wortsprachen abgucken, welche Variationen nützlich und sinnvoll sind, aber zugleich in der Bildsprache auf alles verzichten, was die Zeichen kompliziert machen würde, und uns eigene Zeichenvarianten ausdenken. Niemand außer uns selbst muss sie ja verstehen, sie sind wie eine Geheimschrift.

Ein Beispiel hierfür haben wir bereits in dem Kopfzeichen gesehen, einem Kreis, der ein Bildzeichen zum Zeichen für eine Person macht. Zum Beispiel für eine/n Liebende/n:

 

Oder ein/e Kölner/in:

 

Und damit sind wir wieder am

,

aus dem mit Hilfe des Kopfzeichens das Personenzeichen für „AnfängerIn“ werden kann:

Das ist natürlich noch nicht das

– bald geht’s weiter!

Hätte? Kette!

Ob Mailand oder Madrid, erfolgreiche Profifußballer sind viel unterwegs in der Welt. Nicht immer geht die internationale Karriere allerdings mit einer entsprechenden Ausweitung des aktiven Wortschatzes einher – im Gegenteil, teilweise hat man den Eindruck, die Muttersprache verkümmert umgekehrt proportional zum sportlichen Erfolg.

Damit sind Fußballer eine natürliche Zielgruppe der Speednotes, die ja stets darauf ausgerichtet sind, unabhängig von hohlen Worten kernige Inhalte zu übermitteln. Wobei auch dumme Sprüche oft einen guten Zweck erfüllen und sich damit eine eigene Speednote verdienen, und sei es durch Reimverweigerung, die fast immer einen Lacher wert ist.

Wir kämen jetzt zum Thema, dem Konjunktiv, der auf Deutsch auch „Möglichkeitsform“ genannt werden könnte.

Üblich ist unter DolmetscherInnen u. a. die Verwendung einer geschlängelten Linie,

Konjunktiv-1

denn was nur vielleicht möglicherweise eventuell passieren könnte, hat keine verlässliche Grundlage, steht sozusagen auf wackeligen Füßen (vgl. Zwischen den Zeichen S. 63). Mit diesem Bildzeichen hätten wir eine Speednote für den Konjunktiv.

Nehmen wir als konkretes Beispiel – ganz zufällig gewählt – den Begriff Titelgewinn, den wir mit diesem Bildzeichen notierten,

Titelgewinn

dann ergäbe dies zusammen mit dem Konjunktiv-Zeichen einen „möglichen Titelgewinn“:

vielleicht-Titelgewinn

Die Schlangenlinie wäre also vielseitig einsetzbar, denn sie könnte unter praktisch jedes andere Zeichen gesetzt werden. Wer es gerne ganz genau nimmt, kann mit Hilfe dieses Zeichens sogar zwischen Konjunktiv I und II unterscheiden:

Konjunktiv-1Konjunktiv-2

Aber die Speednotes würden ihrem Zweck nicht gerecht, wären sie nicht flexibel! Dazu gehört auch die Einsicht, dass es manchmal einfach noch bessere Ideen gibt als die eigenen. Zum Beispiel die, einen Konjunktiv zunächst durch Doppelung zu betonen und dann durch Reimen so richtig krachen zu lassen. Oder die noch bessere, dem bereits geflügelten Wort „hätte, hätte, Fahrradkette“ durch Reimverweigerung die Flügel zu stutzen und ihm sogleich Düsenantriebe zu verpassen! Loddas „wäre, wäre, Fahrradkette“ hat binnen kürzester Zeit Berühmtheit erlangt, und so kommt hier die alternative Konjunktiv-Speednote:

Man nehme ein Fahrrad,

Fahrrad

und reduziere es auf das, worum’s geht,

Fahrradkette

vereinfache das Bild,

Ketten-Konjunktiv

fertig ist die Fahrradketten-Konjunktiv-Speednote! Hätte oder wäre, Fahrrad- oder Mopedkette, mit solchen Kleinigkeiten muss sich der Weltmeister nicht aufhalten.

Auch, wenn klar ist: Der Titel wird nicht im Konjunktiv gewonnen!

Datenschutz

Der Datenschutzverordnung ist derzeit kaum zu entkommen. Ein schlichtes Gemüt mag denken, was für ein Quatsch! Ist doch Privatsache, wie ich mich beim Daten schütze … Aber es geht eben nicht um Dating, sondern um die Daten – Geburtsdaten, Kontaktdaten, Meldedaten, Daten über Daten.

Damit die auf Wunsch privat bleiben – also natürlich im Rahmen dessen, was die modernen Medien noch an Privatsphäre übrig lassen -, gibt es jetzt neue gesetzliche Regelungen zum Datenschutz. Eine entsprechende Erklärung der Speednotes steht deshalb jetzt auch hier – und für alle, die das Kleingedruckte sowieso nicht lesen, aber gerne schnell Notieren, folgt hier die Kurzversion in Notizzeichen:

Besser Speed als nie

So war das nicht gedacht – die März-Speednote hat nicht nur ihren eigenen Monat, sondern tapfer auch noch den folgenden und den Anfang des laufenden Monats durchgehalten. Somit ist dies hier nicht gerade eine Speed-, sondern eher eine Spät-Note …

Dabei ist es noch früh, also früh im Jahr – Frühjahr, Frühling, sogar Frühsommer schon. Aber früh und spät sind ja sehr relative Begriffe. Die merkwürdigerweise sehr einseitig bewertet werden: Im Frühtau zu Berge! Jung gefreit hat nie gereut! Morgenstund hat Gold im Mund! Der frühe Vogel fängt den Wurm! Wobei ich noch nie verstanden habe, was die Leute eigentlich mit diesen Würmern vorhaben … Aber das führt zu weit.

Zurück zur früh-spät-Relation: Wie können wir diese Begriffe in unseren Notizen darstellen?

Vielleicht mit Hilfe der vielzitierten Morgenstund,

auf die ja dann der Mittag folgt

und schließlich der Abend.

Diesen Lauf der Sonne von früh bis spät

können wir als Vorbild für Bildzeichen verwenden:

Und so haben wir jetzt zwei sehr schlichte Speednotes für „Anfang, Beginn“ und „Ende, Abschluss“:

 

Schnell und einfach zu notieren und sehr vielseitig, wie wir in den nächsten Beiträgen sehen werden, denn das war nur der

Danke für die Spät-Lese!