Äpfel, Nuss und Mandelkern

Here we are, the third apple-themed Speednotes post in as many days. This one’s headline „apples, nuts, and almonds“ is a quote from „Knecht Ruprecht“, a German poem written in 1862 by Theodor Storm. Ruprecht is a servant to St. Nicholas, and feared by many children for he will cane them if they haven’t been good.

Reactionary patriarchy notwithstanding, it’s still frequently quoted, although apples are no longer in such high demand as presents – at least, not edible ones.

Virtual gifts are en vogue anyway, so here is my digital Christmas tree for you:

Click here to get to know the Symbol Tree, under which you’ll find much more than apples – enjoy!

not far

The apple doesn’t fall far from the tree, or so they say. Gravity being what it is, you cannot really blame the apples!

Willingly or not, the apple is often used as a metaphor in spoken and written language, and equally popular as a symbol in pictorial language. Which is rather useful for us interpreters, because note-taking is demanding enough in itself, without speakers resorting to proverbs and the like.

Here are two examples that can make your life easier when interpreting metaphorical language consecutively:

no. 1, „Apples never fall far from the tree.“ (41 signs, or 9 syllables)

Speednotes (2 signs only!!!)

no.2, „That is to compare apples and oranges.“ (38 signs, or 11 syllables)

And for our German readers: „Äpfel mit Birnen vergleichen.“ (29 Zeichen bzw. 8 Silben – oder 2 Speednotes!)

an apple a day

Keeping the doctor away is surely one of people’s top priorities at the moment, and Speednotes want to help!

So, have an apple a day till Christmas – here’s the first:

Many decades ago, aspiring interpreters were first taught to use an apple pictogram as a sign for „product“ when taking notes. The simple logic is that apples are „produced“ by trees, and among the easiest shapes to draw and recognize.

Years later, for the same or entirely other reasons, a corporation chose an apple as their logo, a bit like this:

Today, the brand is so popular that its icon has become the quintessence of „things to want and buy“ – in short, „products“! Even shorter,

AND we did it first.

Sehr geehrte Nicht-Genderer*innen!

Aller guten Dinge sind drei, und so kommt hier die dritte vom aktuellen Wahlkampf inspirierte Speednote. Gar nicht so einfach, bei soviel Dummheit eine Auswahl zu treffen!

Aber Speednotes sind ja zum Notieren von (Fremd-)Sprache gedacht, daher nehmen wir einfach mal das hier:

„Deutsch statt Gendern.“

Gehen wir davon aus, dass mit „Deutsch“ hier die deutsche Sprache gemeint ist. Da bietet es sich an, den „Duden“ zu fragen, was „Gendern“ heißt: ‚Menschen aller Geschlechtsidentitäten sprachlich sichtbar zu machen.‘

Beispiel im Deutschen: Liebe Speednotes-Leser*innen

Zum Vergleich eine englische Übersetzung: Dear Speednotes readers

Merkste selber, oder? Gendern IST Deutsch! Sogar besonders typisch deutsch, denn unsere Sprache bietet eben wesentlich mehr geschlechtsspezifische Differenzierungen als etwa das Englische.

UND wir haben eine deutsche Verfassung, da steht doch tatsächlich in Art. 3, (2): „Männer und Frauen sind gleichberechtigt.“ Warum die Gleichberechtigung nicht auch sprachlich umsetzen? Aber schweifen wir nicht allzu weit ab, es geht ja um ein Notizzeichen, mit dem wir unser heutiges Thema, das Gendern, schnell notieren können. Eine Speednote für „Sprache, sprechen“ haben wir schon:

Und wie machen wir „alle Geschlechtsidentitäten“ in einem Bildzeichen sichtbar? Früher wäre das eine Kombination aus Frauen- und Männerzeichen gewesen,

aber da fehlen LGBTQIA+, das ist nicht wirklich neutral. Während LGBTQIA+ nicht wirklich schnell geht. Was tun?

Ganz einfach: Das „Gender-Sternchen“ ist doch ein wahres Geschenk für die Welt der Speednotes! Neue Zeiten, neue Zeichen, hier die neue Speednote fürs „Gendern“:

Mehr ist weniger

Trielle hin und Twitter her, noch haben die guten alten Wahlplakate nicht ausgedient. Im Gegenteil! Bei näherer Betrachtung geben sie mehr preis als jeder Insta-Beitrag, vielleicht sogar mehr als beabsichtigt. Aber „mehr“ ist nicht immer mehr …

„NIE GAB ES MEHR ZU TUN“

heißt es da in Großbuchstaben, und das klingt ja erstmal – naja, ein bisschen nach spät am Kegelabend und „So jung kommen wir nie wieder zusammen!“, irgendwie auch nach Werbekult à la „Nie war er so wertvoll wie heute.“ Der Trinkspruch entspricht immerhin der Wahrheit, der Werbespruch verspricht tägliche Steigerung. Und wofür spricht das Wahlplakat?

Nie gab es mehr zu tun, also schon weniger, auch schon genausoviel, aber noch nicht mehr. Der harte Absolutheitsanspruch des NIE wird gleich wieder weichgespült durch den Komparativ, nicht sehr überzeugend im Zeitalter der Superlativen. Aber so klingt es wohl, wenn man sich bei dem Versuch, Entschlossenheit zu vermitteln, nicht so recht festlegen will.

Was sagen unsere Speednotes dazu? Für „mehr“ können wir beim Notieren, wie so oft, ein geläufiges Zeichen aus der Mathematik verwenden: >

Man kann das Zeichen auch umdrehen <, dann heißt es „weniger“. Oder einfach die Seiten wechseln, je nachdem, ob am Ende links oder rechts MEHR steht.

Respekt, Alter!

Auf unübersehbaren Wahlplakaten wirbt ein Kandidat mit dem Slogan „RESPEKT FÜR DICH“.

Alter, dein Ernst? In einem Land, in dem eingewanderte Menschen nur dauerhaft leben dürfen, wenn sie einen Sprachtest bestehen – auch, wenn sie vorher barfuß durch die Wüste gegangen sind, um von westlichem Opportunismus unterstützter Not und Gewalt zu entkommen –, darf offenbar jemand die Regierung leiten, ohne seine Muttersprache zu beherrschen.

Respekt hast du VOR jemandem, Alter, nix FÜR! Guckst du Duden.

Aber hier arbeiten wir ja gar nicht mit Wörtern oder so komplizierten Sachen wie Präpositionen und Dativen, sondern mit Bildzeichen für schnelle Notizen, den Speednotes. Das ist ganz einfach:

Respekt heißt, dass du jemanden bewunderst, zu ihr oder ihm aufschaust, Hochachtung empfindest.

Wie notieren wir das ohne Wörter? Da stellen mer uns ma janz dumm (damit auch mitlesende Kanzlerkandidaten folgen können), wat is Aufschauen:

Schauen

– Speednote

Aufschauen

– Respekt!

Und die anderen Pappnasen, die kriejen mer später …

ding, dong

Proud to be one of the interpreters in charge of simultaneously translating this year’s US presidential inauguration for German TV audiences, I was still rather worried to find out this would include a poem written and read by Amanda Gorman, who in 2017 became America’s first-ever national youth poet laureate.

But then I read what Amanda herself said about her inaugural poem “The Hill We Climb”, that she was encouraged to emphasize unity and hope over declaring “ding, dong, the witch is dead”. Don’t you just love poetry?

Amanda, this one’s for you:

From the witch’s hat

to a speednote for witchcraft

and the witch, which is – ding, dong, gone!

Nimm dies, Virus!

Leider geht dieses Jahr nicht zu Ende ohne Bedarf an einer Lockdown-Speednote – glücklicherweise ist diese aber schnell gefunden, denn die Abriegelung, Sperrung etc. können wir gut mit einer Schranke darstellen:

Alas, we’ve not yet reached a time where this note-taking sign for „lock-down“ is obsolete. On the plus side, it’s a very useful one, because we can draw the barrier across almost anything, speednoting a lock-down of the economy, or the restaurant industry:

Mit Hilfe der Schranke können wir jetzt andere Speednotes ‚abriegeln‘ und so die Beschränkungen für die Wirtschaft oder die Gastronomie notieren. Natürlich auch die für den Einzelhandel oder (hoffentlich nicht nötig!) das ganze Land:

Using the barrier sign, we can – only in note-taking terms, of course – lock down retailers, or even the whole country. But, as you know, speednotes work for practically anything – or against, as the case may be. And now there’s a vaccine, we can lock down what’s been causing us all this trouble in the first place …

Erinnert ihr euch noch an die Virus-Speednote? Nehmen wir einfach unser neues Lockdown-Bildzeichen und versperren dem Übeltäter den Weg, schon haben wir ihn, den „Impfstoff“:

… and get a new speednoting sign to go with the new year!

Wunsch nach Nähe

Auf besonderen Wunsch beschäftigen wir uns heute mit Möglichkeiten, Nähe und Distanz symbolisch darzustellen.

Dank der aktuell geltenden „Abstandsregeln“ ist das ziemlich einfach: Nehmen wir die bekannten, vielfach am Boden markierten 1,5 m Sicherheitsabstand

– das ist im Moment ’normal‘.

„Distanz, Entfernung“ ist somit das, was über den normalen Abstand hinausgeht:

Und – ihr ahnt es schon – „Nähe“ können wir so notieren:

Allerdings eine sehr unromantische Art, so etwas Schönes wie Nähe darzustellen! Daher kommt hier als kuschelige Alternative noch die Wunsch-Speednote zum Sonntag:

LLAP

Stay safe and stay healthy, that is the new standard way of closing messages. Reason enough for our new speednote to be just that: A quick and unequivocal way of saying – or rather, signing – that you wish the other person well.

Well, we’re most lucky here because once upon a time, a famous actor decided to use a hand gesture, originally known as a religious sign, to add a special touch to his character.

„Bleiben Sie gesund!“ – so oft wie in den letzten Wochen haben wir diesen Satz sicher noch nie gehört und gelesen. Der gute Wunsch hat sich damit die heutige Speednote verdient:

Wie immer geht es um eine schnelle, einfache Notiermöglichkeit, im Idealfall ein Bildzeichen, mit dem wir die oben erwähnte Abschiedsfloskel kurz und knapp darstellen können. Ich schwör‘, das ist nicht das erste Mal, dass wir eine solche Speednote auf Grundlage einer bekannten Geste entwickeln:

Live long and prosper!