Klimaveränderungen

Laut Duden bedeutet „Klimaschutz“ Maßnahmen zur Vermeidung unerwünschter Klimaänderungen. Das ist ja ungefähr so deutlich wie ein merkeleskes „Da müssen wir eine gemeinsame Lösung finden.“ Wer oder was schützt wen oder was? Das Deutsche ist hier unpräzise, der Ausdruck selbst verrät uns nicht, ob wir Menschen das Klima vor uns selbst oder uns selbst vor dem Klima beschützen sollen/wollen/können/…

Wobei schon die aktuellen Regenfälle mir letztere Interpretation sehr viel naheliegender erscheinen lassen, und die sind ja noch harmlos im Vergleich zu tropischen Wirbelstürmen, Erdrutschen und Flutwellen. Schauen wir jedoch auf Bezeichnungen des Begriffs in anderen Sprachen, wird klar, dass „Klimaschutz“ doch anders gemeint ist: Im Englischen, so ist es einem Glossar der OECD zu entnehmen, heißt es „protection of climate“, auf Französisch „protection du climat“. Es ist also der Schutz DES Klimas, nicht der VOR DEM Klima.

Nachdem das geklärt ist, beschäftigen wir uns als Grundlage für die Klimaschutz-Speednote zunächst mit dem Begriff des Klimas – der regionstypischen Änderungen der Wetterverhältnisse im Laufe des Jahres. Wir haben also einen Jahresverlauf,

im Zuge dessen eine Veränderung der Witterung zu beobachten ist,

abhängig davon, wo auf der Welt wir uns befinden. Hierfür – für den Ort oder Platz, die Stelle, an der wir uns aufhalten, haben wir bereits dieses Bildzeichen:

Den Zusammenhang der „Abhängigkeit, dependence …“ können wir sehr gut bildhaft darstellen, denn ebenso wie das deutsche Wort „abhängen“ bedeutet auch das lateinische „dependere“, auf das viele entsprechende Ausdrücke zurückgehen, „von etwas (her)abhängen“ (vg. „Zwischen den Zeichen“ S. 71). Wenn also x von y abhängig ist, können wir dies beim Dolmetschen wie folgt notieren:

 

Und weitere Abhängigkeiten natürlich analog dazu: Ob meine gute Laune vom Wetter abhängt

 

oder vom Geld,

die Speednotes sind da wie immer sehr flexibel.

 

Aber zurück zum Thema – Klima ist, verkürzt dargestellt, ortsabhängiges Wetter im Jahresverlauf, also etwa

 

Dieses Zeichen ist für eine Speednote jetzt schon zu komplex, denn für unsere Dolmetschnotizen wollen wir so wenig Zeit wie möglich aufwenden. Wir vereinfachen also das Klimazeichen:

 

Vielleicht sogar noch weiter?

 

Damit kommen wir zum „Schutz“, der Gefahren oder Schäden von uns abhält: Der Schirm schützt uns vor dem Regen. Die Schutzbrille hält Schädliches von unseren Augen fern, die Schutzhütte bewahrt uns durch Dach und Wände vor Kälte und Nässe. Ein Schutz ist also typischerweise eine physische Trennung zwischen dem, was droht, und dem, was zu schützen ist. Da Bedrohungen schon allein aufgrund der Schwerkraft häufig von oben kommen – Unwetter und Lawinen zum Beispiel -, eignet sich eine dachähnliche Struktur als „Schutzzeichen“ (vg. „Zwischen den Zeichen“ S. 72):

 

Das, was geschützt werden soll, stellen wir jetzt einfach unter das Dach –

fertig ist der Klimaschutz. Jedenfalls theoretisch, aber auch das will ja schon was heißen …

 

 

 

 

 

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