Neuigkeiten

Ein neues Jahr hat begonnen. Lange bleibt es nicht neu, in ein paar Wochen wird es sich kaum noch anders anfühlen, als ein Jahr sich eben so anfühlt. Früher gab es noch einen gewissen Neuigkeitsmaßstab anhand der Anzahl der Tage – oder Wochen -, die es gedauert hat, bis beim Ausfüllen eines Überweisungsträgers oder Schreiben eines Briefs die Jahreszahl auf Anhieb stimmte. Aber das geht ja jetzt alles online und automatisch, so dass wir gar nicht mehr merken, inwieweit wir innerlich bereits im neuen Jahr angekommen sind.

Vielleicht müssen wir das auch nicht mehr wissen angesichts der zahllosen Apps, die uns im wahrsten Sinne des Wortes sagen, wo es langgeht. Aber das ist ja nichts Neues mehr.

Was ist denn noch neu, außer dem Jahr? Früher war es ja mal üblich, sich gegenseitig zu fragen: „Und, was gibt es bei dir Neues?“, aber auch das ist überflüssig geworden, da wir durch aus rätselhaftem Grund „sozial“ genannte Medien ohnehin ständig auf dem Laufenden gehalten werden, was es gerade bei wem Neues gibt. Leider am detailliertesten von Leuten, von denen wir es gar nicht oder zumindest nicht so genau wissen wollten. Während das, was wir ganz gerne wüssten – zum Beispiel, wer uns demnächst regiert oder trainiert – allzu lange im Verborgenen bleibt.

Nicht länger verborgen bleiben soll hingegen die erste Speednote des Jahres 2018, die sich – Überraschung! – mit „Neuigkeiten“ beschäftigt. „Neu“, das heißt vorher nicht dagewesen, unbenutzt, bis dato unbekannt. Nicht zu verwechseln mit „neuwertig“, tierfreier Nichtraucherhaushalt hin oder her. Wirklich neu ist nur, was gerade erst angefangen hat zu sein. Aber bevor es allzu philosophisch wird, zurück zu den „Neuigkeiten“: Es sind, zumindest für uns, neue Informationen. Dankenswerterweise hat sich für den Begriff Information schon lange ein sehr praktisches, wie für die Notizentechnik gemachtes Zeichen etabliert:

Dies können wir jetzt wie gewohnt vereinfachen und darauf unser Chronologie-System anwenden, nachdem alte oder bekannte Informationen so aussehen,

 

aktuelle Info so

 

und künftige dann natürlich so:

 

Und neue? Die eigentliche Neuheit besteht ja nur in genau dem Moment, in dem die Information im Jetzt ankommt, also von einer künftigen zu einer gegenwärtigen wird:

 

Wie beim Führungswechsel oder Umzug! Denn aktuell ist nicht gleich neu, auch nicht neuwertig. Sobald wir eine Information zur Kenntnis genommen haben, ist sie gebraucht – genau wie das neue Jahr, das seinen ersten Tag jetzt schon fast hinter sich hat.

Was kein Grund sein soll, nicht noch schnell gute Wünsche zu notieren!

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